Schulangst überwinden
Vielleicht kennst du das: Schon am Sonntagabend hast du ein flaues Gefühl im Bauch und allein der Gedanke an die Schule sorgt für Übelkeit, Stress oder sogar Angst. Du fragst dich, ob du den Anforderungen gerecht werden kannst, ob du den Stoff für die anstehende Prüfung wirklich verstanden hast oder ob du dich im Unterricht blamieren wirst. Unsicherheiten oder Stress vor Prüfungen sind in gewissem Maße vollkommen normal, wenn die Angst dich aber vor dem Lernen abhält, den Schulbesuch zu einer Qual macht und deine Leistung sowie dein Wohlergehen beeinflusst, handelt es sich vielleicht um Schulangst. Die gute Nachricht: Schulangst lässt sich überwinden! Wir zeigen dir hier, wie das gelingen kann.
Was ist Schulangst? Eine Definition
Schulangst bedeutet, dass jemand starke Angstgefühle in Zusammenhang mit der Schule entwickelt. Dabei kann sich diese Angst auf verschiedene Situationen beziehen, etwa auf Prüfungen, das Sprechen vor der Klasse, bestimmte Fächer oder spezifische Lehrkräfte. Manche Schülerinnen und Schüler haben Angst davor, Fehler zu machen oder nicht gut genug zu sein. Andere fürchten sich vor Ablehnung durch Mitschülerinnen und Mitschüler oder Mobbing.
Im Gegensatz zu normaler Nervosität, die jede:r mal vor einer Präsentation oder Prüfung spürt, ist Schulangst intensiver und anhaltender. Sie kann sich auf verschiedene Art und Weisen bemerkbar machen.
Schulangst auf körperlicher Ebene:
- Bauchschmerzen
- Übelkeit
- Herzklopfen
- Schlafprobleme
Schulangst auf emotionaler Ebene:
- Angst
- Nervosität
- Reizbarkeit
- Traurigkeit
- Wut
- Stimmungsschwankungen
Bei Prüfungsängsten haben Schülerinnen und Schüler oft Angst zu versagen oder schlechte Noten zu bekommen.
Woher kommt die Schulangst?
Um die eigene Schulangst überwinden zu können, musst du erst einmal herausfinden, woher die Angst kommt. Schulangst kann ganz unterschiedliche Gründe haben, meistens lässt sich die Angst aber zwei verschiedenen Themenfeldern zuordnen. Entweder es handelt sich um eine Form von Prüfungsangst oder soziale Ängste stecken dahinter.
Bei Prüfungsängsten haben Schülerinnen und Schüler oft Angst zu versagen oder schlechte Noten zu schreiben. Vielleicht hast du das Gefühl, alles perfekt machen zu müssen, oder du machst dir Sorgen, nicht gut genug zu sein oder andere zu enttäuschen. Dann kann schon der Gedanke an eine Klassenarbeit Stress auslösen. Dein Herz fängt an schneller zu klopfen, deine Hände werden feucht und der Kopf ist plötzlich leer. Das bestätigt das Gefühl, den Schulstoff nicht zu beherrschen und verstärkt die Angst weiter.
Andere Schülerinnen und Schüler erleben die Schulangst eher im sozialen Bereich. Die Leistung an sich ist dabei eher nebensächlich. Stattdessen hast du vielleicht Angst, dich mit falschen Antworten zu blamieren, von anderen ausgelacht oder bewertet zu werden. Das wird gerade beim Sprechen vor der Klasse, bei Gruppenarbeiten oder auch in der Pause ein Problem. Solche Ängste nennt man dann soziale Ängste.
Natürlich lassen sich diese beiden Formen nicht immer starr getrennt voneinander betrachten, vor allem weil sie sich gegenseitig häufig verstärken. Wer Angst vor der Bewertung durch andere hat, macht sich gerade deshalb auch oft mehr Druck bei Prüfungen. Wichtig zu wissen ist: Egal, woher deine Angst kommt, du kannst lernen, sie zu verstehen und mit ihr umzugehen.
Manchmal ist Schulangst auch an soziale Ängste gekoppelt, dann ist die Leistung nebensächlich.
Schnelle Hilfe bei Schulangst: Tipps für Schüler:innen
Manchmal können schon kleine Tricks helfen, um besser mit angsteinflößenden Situationen umgehen zu können. Wir zeigen dir hier in kleinen Schritten, wie du der Schulangst begegnen kannst.
- Atme bewusst durch: Wenn wir Angst haben, neigen wir dazu, schnell und flach zu atmen, was wiederum die Angst verstärkt. Langsames, tiefes Atmen hingegen signalisiert deinem Nervensystem, dass du außer Gefahr bist. Bestimmte Atemtechniken wie die 4-7-8-Atmung können dir dabei helfen. Dafür atmest du für vier Sekunden ein, hältst dann die Luft für 7 Sekunden an und atmest anschließend für 8 Sekunden aus. So beruhigst du deinen Körper und dein Herzschlag wird langsamer.
- Sprich über das, was dich belastet: Reden hilft! Suche dir eine Person, der du vertraust, zum Beispiel deine Eltern, eine gute Freundin oder eine Lehrkraft. Oft wird die Angst schon kleiner, wenn du sie nicht mehr für dich behalten musst. Gemeinsam könnt ihr euch außerdem einen Plan ausdenken, der dir in schwierigen Situationen helfen kann.
- Sei vorbereitet, aber ohne Perfektionismus: Wenn du weißt, dass du etwas kannst, fühlst du dich sicherer. Plane Lernzeiten deshalb rechtzeitig ein, mache Pausen und verzeihe dir, wenn mal etwas nicht perfekt läuft.
- Stelle dich deinen Ängsten: Die Angst wird meist kleiner, wenn du dich ihr nach und nach stellst. Wenn du weißt, was genau dir Angst macht, kannst du dich in kleinen Schritten herantasten. Beginne mit der kleinsten Angst und arbeite dich voran.
- Achte gut auf dich: Genügend Schlaf, regelmäßige Essenspausen und Auszeiten, mit Dingen, die dir guttun, sind wichtig für dich.
- Hol dir Hilfe: Deine Angst ist zu groß, du weißt nicht, wo du anfangen sollst und du willst am liebsten nur noch Schule schwänzen? Dann ist es Zeit, dir Hilfe zu holen! Lies weiter, wir zeigen dir, was du jetzt tun kannst.
Eine Schülerin hat sich ihren beiden Freund:innen anvertraut.
Schulangst überwinden: Du bist nicht allein!
Auch wenn es dich deine Angst glauben lässt: Du bist nicht allein! Niemand sollte mit seiner Angst allein bleiben müssen. Oft wird die Schulangst außerdem stärker, wenn du versuchst, sie zu verbergen oder alles selbst zu schaffen. Deshalb ist es besonders wichtig, dass du dich jemandem anvertraust. Sprich über deine Angst: Egal, ob Eltern, Lehrkräfte oder Schulpsycholog:in, vertraue dich einer Person an, die dir weiterhelfen kann. Es ist vollkommen in Ordnung zu sagen: „Ich habe Angst vor der Schule“ oder „Ich fühle mich überfordert“. Je nachdem, an wen du dich wendest, kannst du verschiedene Unterstützungsangebote erhalten.
- Eltern: Deine Eltern können dir an erster Stelle zuhören und dir helfen, herauszufinden, woher die Angst kommt und welche Hilfsangebote für dich sinnvoll wären.
- Lehrkräfte: Klassenlehrer:innen oder Vertrauenslehrkräfte sind der nächste Schritt. Sie können dir nicht nur Tipps zur Prüfungsvorbereitung geben, sondern auch bei sozialen Ängsten wichtige Ansprechpartner:innen sein. Gemeinsam könnt ihr herausfinden, was gegen deine Schulangst helfen kann.
- Schulpsycholog:innen: Manchmal ist zusätzliche professionelle Unterstützung sinnvoll. Psycholog:innen können dir helfen zu verstehen, woher deine Angst kommt und gemeinsam mit dir Wege finden, sie Schritt für Schritt zu überwinden.
Schulangst: Was können Eltern tun?
Wenn Jugendliche unter Schulangst leiden, ist es wichtig, aufmerksam und verständnisvoll zu reagieren. Die Angst vor der Schule ist kein Vorwand zum Schwänzen und entsteht nicht aus Trotz oder Bequemlichkeit. Deshalb ist es besonders wichtig, ruhig zu bleiben, offen zuzuhören und die eigene Wertung für sich zu behalten. Sätze wie „Du musst da durch“ oder „Stell dich nicht so an“ sind kontraproduktiv und sorgen dafür, dass Jugendliche ihre Gefühle für sich behalten. Besser ist es, gemeinsam herauszufinden, was genau die Angst auslöst. Leistungsdruck, Konflikte in der Klasse oder soziale Unsicherheiten sind dabei nur einige Möglichkeiten. Ein gemeinsamer Plan, um die Situation zu verbessern, hilft. Mögliche Schritte sind etwa ein Gespräch mit der Lehrkraft, Entlastung im Alltag oder gezielte Unterstützung beim Lernen.
Wenn die Angst anhält oder stärker wird, kann professionelle Hilfe eine Lösung sein. Schulpsycholog:innen; Beratungsstellen oder Therapeut:innen können helfen, die Ursachen zu erkennen und gemeinsam Strategien zu entwickeln.
Schulangst überwinden mit ProGenius: unser Fazit
Laut Deutschem Schulportal sind 11 Millionen Schüler:innen in Deutschland von Schulangst oder Schulphobie betroffen. Diese Angst ist eine große Belastung. Wir bei den ProGenius Privaten Beruflichen Schulen glauben daran, dass niemand mit seiner Angst allein bleiben muss. Deshalb nehmen unsere Lehrkräfte, Schulpsycholog:innen und Beratungslehrkräfte das Thema besonders ernst und unterstützen betroffene Schülerinnen und Schüler dabei, ihre Schulangst zu überwinden.